Erneuerbare Energien boomen - doch das reicht nicht

Beeindruckend sind die Kapazitätszuwächse der Erneuerbaren. Doch das ist nicht genug. Beeindruckend sind die Kapazitätszuwächse der Erneuerbaren. Doch das ist nicht genug.

Es geht voran mit den erneuerbaren Energien zur Stromgewinnung. Doch das beeindruckende Tempo der vergangenen Dekade reicht nicht, um die Klimaziele zu erreichen, sowenig wie die Ziele für dieses Jahrzehnt. Das zeigt ein Bericht zu den globalen Investitionstrends.


Es sind überaus beeindruckende Zahlen, die die Autorinnen und Autoren des Berichts «Global Trends in Renewable Energy Investment» präsentieren. Das Papier ist von der Frankfurt School, BloombergNEF und den Umweltprogramm der UNO gemeinsam herausgegeben worden. Danach summierten sich die Investionen für erneuerbare Energien zur Stromgewinnung (ohne Wasserkraftwerke) in der vergangenen Dekade weltweit auf 2,7 Billionen US-Dollar. Das sind 80 Prozent aller Investitionen in Anlagen zur Stromgewinnung. Mit 818 Milliarden hält China den grössten Anteil, gefolgt von Europa (719,4) und den USA (392.3). Pro Kopf der Bevölkerung gerechnet liegt Europa mit gerundet 1400 Dollar vor den USA (1200) und China (600). In Europa liegt Deutschland mit Investitionen von 183,4 Milliarden deutlich vor Italien (82,9) und Frankreich (49,9). Photovoltaik (1,369 Miliarden) und Wind (1,067 Milliarden) liegen weit vor Biomasse und Abfall (123 Milliarden), kleinen Wasserkraftwerken (45), Biotreibstoffen (28) und Geothermie (20). Nicht minder beeindruckend sind die Kapazitäte, die geschaffen worden sind. So haben sich die globalen Kapazitäten in erneuerbaren Energien seit 2010 von 481 Gigawatt auf 1'627 Giagawatt 2019 mehr als verdreifacht, bei laufend verringerten Kosten. Eine Megawattstunde Solarengerie kostet heute mit 51 Dollar noch einen Sechstel des Betrages von 2009. Off- und Onshore-Windanlagen haben sich etwa halbiert, sind mit 47 Dollar pro Megawattstunde aber noch leicht günstiger als die Solaranlagen. Offshore-Windstrom kostet mit 78 Dollar deutlich mehr.

zieleverfehlt
Die Zukunft hat begonnen, könnte man meinen. Doch diese Zukunft steht mit Blick auf das 1,5 Grad-Ziel zur Begrenzung der Folgen der Klimaerwärmung noch ganz an ihrem Anfang. Denn trotz dieser enormen Investitionen liegt der Anteil der erneuerbaren Energien an der weltweiten Stromproduktion nur bei rund 13 Prozent. Denn mit den Zielen, die man sich im Pariser Abkommen 2015 weltweit für den weiteren Ausbau in den 2020er-Jahren gesetzt, hat, kommt man nicht weit genug. Benötigt würden Kapazitäten von annähernd 3 Gigawatt, um nur das Ziel von zwei Grad zu erreichen. Geplant ist nicht einmal die Hälfte davon. Dabei trägt die Stromgewinnung mit 42 Prozent Anteil an den weltweiten CO2-Emissionen ganz erheblich zum Klimawandel bei. Transport (24 %) sowie Gebäude und Industrie (32 %) liegen deutlich dahinter. Die Zukunft hat begonnen. Aber es muss nochmals deutlich schneller gehen.

 

aus aller Welt

Katanga Business

  • Mit seinem Film „Katanga Business“ von 2009 vermittelt der belgische Regisseur Thierry Michel nicht nur einen Einblick in die gegenwärtige Situation der Rohstoffförderung in Katanga, sondern verdeutlicht auch die eigentlichen Aufgaben eines Dokumentarfilmers – Dokumentieren statt Kommentieren.

Eine initiative des

Logo neu2