Klimaschutz: Kartoffeln statt Reis

Um bis zu einem Viertel liessen sich in China die Klimagas-Emission und Umweltschäden beim Anbau von Grundnahrungsmitteln reduzieren, wenn mehr Kartoffeln statt Reis gegessen würden. Das berichtet eine Forschergruppe im Wissenschaftsmagazin «Nature Food». Schon 2015 hatte die chinesische Regierung eine nationale Strategie ausgerufen, um der Kartoffel als Grundnahrungsmittel mehr Popularität zu verleihen. Damit, so das Ziel, sollte die Ernährungssicherheit verbessert werden. Schon 2020 sollten danach Kartoffeln einen Anteil von 30 Prozent ausmachen. Traditionellerweise werden Kartoffeln in China vor allem als Beilage zu Reisgerichten gereicht. Nun sollen sie vermehrt zum Hauptgericht werden, was, wie die Forschergruppe zeigt, auch dem Klima hilft, einerseits wegen des generell geringeren Bedarfes vor allem an Bewässerung und dem damit verbundenen Ausstoss an Methan, anderseits, um Kartoffel-Importe zu vermeiden. Tatsächlich, so berichtet Carbonbrief.org, sind Lebensmitteltransporte weltweit für rund ein Drittel der Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Doch der Teufel könnte im Detail stecken. Wenn nämlich der Kartoffelanteil an der Agrarfläche Chinas von derzeit sechs Prozent deutlich gesteigert werden sollte, würde das fast zwangsläufig auf Kosten des Reises gehen. Und es steht in den Sternen, ob eine Bevölkerung, für die Reis das mit Abstand wichtigste Grundnahrungsmittel ist, die Bereitschaft, auf Kartoffeln umzustellen, tatsächlich so gross ist, wie sich das die staatlichen Planer vorstellen. Das könnte etwa zur Folge haben, dass vermehrt Reis importiert wird, während die Kartoffel-Überschüsse exportiert würden.

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