Die Welt ist nicht auf Klimakurs

Afrika zeichne für zwei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich, erklärt der senegalesische Philosoph Felwine Sarr im – sehr sehenswerten – Dokumentarfilm «Wer wir waren». Und nun werde von den Afrikanern verlangt, dass auch sie ihr Scherflein beitragen, um die Folgen des Klimawandels zu begrenzen. Ein «Wir-Gefühl» werde heraufbeschworen. Das sei in Ordnung, aber das ändere auch nichts daran, dass die Verantwortung hauptsächlich bei den Verursachern liege. Und das seien die Industriestaaten. «Wie kriegen wir Afrikaner es hin, sie zu überzeugen, dass wir dabei sind beim Klimaschutz, aber dass sie es sind, die vorangehen müssen?» Das Misstrauen ist durchaus angebracht. Denn im Vorfeld des nächsten grossen Klimagipfels im November im schottischen Glasgow ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Staaten Farbe bekennen. Das Pariser Klimaabkommen von 2015 sieht nämlich vor, dass die Staatenwelt im Rhythmus von fünf Jahren ihre nationalen Reduktionsziele festlegt, diese bei der Uno einreicht und erläutert. Wegen der Corona-Epidemie erhielten die 195 Staaten, die das Abkommen ratifiziert haben, ein Jahr mehr Zeit bis 30. Juli 2021. Doch nur 110 Länder, unter ihnen knapp 50 sogenannte «verwundbare Staaten», haben dieses Soll erfüllt. «Das ist meilenweit von einem befriedigenden Ergebnis entfernt», kommentiert Patricia Espinosa, Generalsekretärin der Klimarahmenkonvention der UNO in Bonn, in einem Statement. Dazu komme, dass eine ganze Reihe von Staaten die Vorgaben, um auf dem Kurs einer maximalen Erwärmung von 1,5 Grad bis 2050 zu bleiben, bei weitem verfehlen, unter ihnen Australien, Brasilien, Mexiko, Russland oder Indonesien. Zu den prominentesten Abwesenden zählen laut einem Bericht von climatechangenews.com China, Indien, Saudi-Arabien und Südafrika.

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