World Trilemma Index: Das Auftragsbuch der Zukunft


Es ist ein Trilemma mit der Energie, sagen die Expertinnen und Experten des World Energy Council, einem Think-Tank mit vielen Partnern aus der Energiebranche weltweit, unter ihnen Rosatom (Russland), EDF (Frankreich), Siemens (Deutschland), Tepco (Japan), AXPO (Schweiz) und E.ON (Deutschland). Die Partnerliste lässt es erahnen: Es geht um Elektrizität, die ein knappes Fünftel des Weltenergiebedarfes ausmacht. Zu den Herausforderungen der Vergangenheit, «Energie für den Frieden» nach dem Ersten Weltkrieg und «Energie für das Wachstum» nach dem Zweiten Weltkrieg, ist «Energie für die Menschen und den Planeten» geworden. Denn die mannigfaltigen Umweltbelastungen der Stromproduktion und -versorgung lassen Umwelt und Klima nicht kalt – buchstäblich. Um diese neue Herausforderung abzubilden, hat der World Energy Council vor zehn Jahren – reichlich spät - den «World Energy Trilemma Index» erfunden. Er bildet Versorgungssicherheit, Energieverteilung und Nachhaltigkeit der Elektrizitätsversorgung gleichermassen ab und bündelt diese, ergänzt durch einen spezifischen Länderindex, der die lokalen Gegebenheiten berücksichtigen soll, in einer Zahl, aus der sich dann eine Rangliste erstellen lässt. Diese liegt nun zum zehnten Mal vor. Und wenn es so industrienah wie beim World Energy Council zugeht, kann das Resultat niemanden überraschen. Ganz vorne liegen die Industrienationen, angeführt von der Schweiz, Schweden, Dänemark, Finnland und Österreich. An 28. Stelle taucht das erste Schwellenland (Brasilien) auf, China folgt auf Platz 34. Die zweite Hälfte der Rangliste von 108 Ländern nehmen dann die Entwicklungsländern des Südens ein. Aus Sicht eines global operierenden Anbieters von Elektrizität oder deren Infrastruktur ist diese zwei Hälfte wohl das Auftragsbuch der Zukunft. An 91. Stelle liegt Kambodscha, das Land mit dem grössten Fortschritt, der «grossen Fortschritten» in der Versorgungssicherheit zu verdanken sei. Gleich um 77 Prozent soll das Land seit 2000 vorangekommen sein. An der Spitze hingegen scheint die Luft dünn geworden zu sein. Der «gemessene» Fortschritt liegt in den letzten zwei Jahrzehnten im einstelligen Prozentbereich, in den meisten Fällen ist er auf gestiegene Versorgungssicherheit zurückzuführen. Der angesichts der Herausforderungen wohl massgeblichste Index zur Nachhaltigkeit zeigt ein etwas differenziertes Bild. So springt Albanien von Platz 43 im Gesamtindex auf den 4. Platz, auch Kolumbien und Brasilien machen grosse Sprünge, während etwa die USA oder Deutschland abstürzen.

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