Der Europäische Gerichtshof hat die Klimaklage von zehn Familien abgewiesen. Diese hatten auf den Schutz ihrer durch den Klimawandel bedrohten Grundrechte gepocht und eine Verschärfung der Klimaziele der EU bis 2030 gefordert. Die Klägerinnen und Kläger seien nicht «individuell betroffen» und deshalb gar nicht klageberechtigt.

Gezeiten und Wellen bergen ein enormes Energiepotential. Obwohl bereits in den 1960er Jahren bei Saint Malo weltweit das erste Gezeitenkraftwerk in Betrieb genommen wurde, blieb die Technologie in den Kinderschuhen. Vielmehr steckte man aus militärischen Gründen hunderte von Milliarden Dollars in die Atomenergie. Zum Beispiel in die nicht weit entfernte Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Teil eins zum Thema das Meer und die Energie.

 

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Tidekraftwerk Rance: Seit 1961 zuverlässiger Energielieferant. 

In keinem anderen Land der Welt hat der Super-GAU von Fukushima den Atomausstieg so beschleunigt wie in Deutschland. Schon Ende nächstes Jahr werden die letzten drei von 2011 noch 17 AKW’s abgeschaltet. Der Think-Tank Agora Energiewende zieht eine Zwischenbilanz. Das Fazit: Es wurde erstaunlich viel erreicht. Es gab weder Stromlücken noch -blackouts, es kam zu keinem Kohleboom, erneuerbare Energien haben den Wegfall des Atomstroms um mehr als Doppelte kompensiert. Aber es gibt noch viel mehr zu tun.

UN-Generalsekretär António Guterres ruft in einer Videobotschaft (ab Minute 21) an die «Powering Past Coal Alliance» die G7-Staaten auf, eine führende Rolle beim Kohleausstieg wahrzunehmen, der unabdingbar ist, um den Klimawandel zu begrenzen. Angesprochen fühlen müssen sich dabei insbesondere die USA und Japan. Sie haben nicht einmal einen Ausstiegsplan. Aber auch die andern hinken hinterher.

 

Ob man in 30 Jahren von einer europäischen Zeitenwende sprechen wird? Jedenfalls, melden die Think Tank Agora Energiewende und Ember, haben im vergangenen Jahr die erneuerbaren Energien Wind, Sonne und Wasser die fossilen Brennstoffe als wichtigste Energiequelle zur Stromerzeugung verdrängt. Auch der nukleare Anteil ist stark rückläufig. Das darf man durchaus historisch nennen. Doch es geht bei weitem nicht schnell genug.

 

Als 51. Staat hat Honduras den 2017 von 122 Ländern unterzeichneten Atomwaffenverbotsvertrag ratifiziert. Damit tritt das Abkommen am 22. Januar 2021 in Kraft. Es ist möglich, dass das Datum dereinst als historische Wendemarke in Erinnerung bleiben wird. Doch aktuell ist es kaum mehr als ein Zeichen der Hoffnung.

Der Anstieg des Meeresspiegels trifft Inselstaaten wie die Malediven ins Mark, die Gletscherschmelze bedroht in mausarmen Länder wie Nepal das Wohlergehen von Millionen Menschen. Die am stärksten betroffenen Länder forcieren den Klimaschutz wie nur wenige andere. Doch ihnen fehlt das Geld dafür. Die reichen Länder halten sich trotz anderweitiger Versprechungen mit der Unterstützung zurück.

Eine Koalition aus fünfzig Ländern verpflichtet sich zum Schutz von 30 Prozent der Landes- und Meeresflächen für den Erhalt von Biodiversität und zum Klimaschutz. Es ist allerhöchste Zeit.

Eigentlich hätte die Staatenwelt den Vereinten Nationen bis Ende letzten Jahres berichten müssen, wie es um ihren Klimaschutz-Fahrplan bestellt ist. Doch nur eine Minderheit ist der Selbstverpflichtung nachgekommen.

 

«Die arktischen Ökosysteme verändern sich sehr rasch», heisst es in der 15. «Arctic Report Card» der «National Oceanic and Athmospheric Administration». Das lag noch vor einer Generation ausserhalb dessen, was man sich vorstellen konnte.

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