Steigen EON und RWE in militärische Urananreicherung ein?

Trotz Atomausstiegs profitiert Urenco weiter vom lukrativen Geschäft mit der Urananreicherung. Für militärische Zwecke besteht jetzt auch Nachfrage des US-Verteidigungsministeriums.

Waggons mit Uran an der Urananreicherungsanlage Urenco in Gronau, 2011 (Bild: Tetzemann, Creative Commons CC0 1.0)

Für seine Modulreaktoren neuesten Typs braucht das Pentagon sobald als möglich hochangereichertes Uran. Urenco, die zweitgrösste Urananreicherungsanlage weltweit, mit Sitz im deutschen Gronau, kündigte bereits 2019 an, dieses in seiner Anlage im amerikanischen New Mexico herzustellen. Beteiligt an Urenco sind auch die deutschen Konzerne RWE und Eon. Die Organisation IPPNW warnt vor dem  militärischen Einsatz von Urenco-Uran. Der nach dem Krieg entstandene Konzern Uranium Enrichment Company ist ein Fusionsprojekt von Deutschland, Grossbritannien und den Niederlanden. Vor 50 Jahren sollte die damals neuartige Zentrifugentechnologie zur Urananreicherung zur Anwendungsreife gebracht werden. Heute beliefert der Konzern amerikanische wie auch russische Märkte, marktbeherrschend ist er in Westeuropa und den USA. Noch immer besitzen die Gründerländer je ein Drittel aber unter Aufsichtder deutschen Bundesregierung, so das Nachrichtenmagazin „der Freitag“.  Wegen der Missbrauchsgefahr für militärische Zwecke verpflichteten sich die drei beteiligten Staaten vor 50 Jahren zum „Vertrag von Almelo“, der festlegt, dass Uran nur für zivile Zwecke angereichert werden dürfe. Bald folgte der erste Skandal wegen Verstoss von Urenco gegen das Gesetz. Mit Blaupausen aus dem niederländischen Standort entstand das pakistanische Atomwaffenprogramm. Atomkraftgegner und Friedensorganisationen rufen angesichts der drohenden Urananreicherung für militärische Zwecke des Pentagon zu einem Ostermarsch auf und appellieren an die Bundesregierung dies zu unterbinden. 

Links:

"Strahlende Geschäfte" in "Der Freitag"

"Umstrittene Urananreicherung mit deutscher Beteiligung" in "Telepolis"

 

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