Atomenergie als "Treibstoff" für die Bombe

In einer neuen Publikation wird die gefährliche Rolle ziviler Atomenergie für die atomare Aufrüstung beschrieben. Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW warnen vor dem erneuten Wettrüsten.

Die Autorinnen der IPPNW-Publikation beschreiben die steigende Gefahr der Proliferation (Verbreitung von Massenvernichtungswaffen) im Nahen Osten und das Risiko eines Einstiegs von einst ziviler Atomunternehmen wie URENCO in das gewinnbringende Atomwaffengeschäft. „Die Erzeugung von Strom durch Atomkraft ist die wichtige Triebkraft für die Proliferation, bzw. Verbreitung von Atomwaffen und radioaktivem Material“, zitiert man die Energieexpertinnen Ben Wealer, Simon Bauer, Christian von Hirschhausen, Claudia Kemfert laut einem Beitrag für den DIW Wochenbericht von Ende Juli.

Atomkraftwerk Gundremmingen, 1966. Bearbeitung des Originals von Viola Sonnens, CC BY 3.0

 

Ohne zivile Atomenergie wären Atomwaffenprogramme nicht mehr tragbar, so das Fazit der IPPNW Publikation. Denn hohe Kosten, Risiken und der Bedarf an Fachpersonal wären nicht vertretbar. „ Das Militär bedint sich in allen Atomwaffenstaaten in Form versteckter Quersubventionen aus Personalmitteln, Forschungsgeldern und der nuklearen Infrastruktur der zivilen Atomindustrie“, heisst es in der Pressemitteilung. Detaillierte Infos über die zivil-militärischen Verflechtung der internationalen Atomwirtschaft erfahren Sie auch in unserem Artikel „Droht eine Finanzierungspleite für das AKW Hinkley Point C? http://www.mensch-und-atom.org/index.php/de/item/264-droht-eine-finanzierungspleite-fuer-das-akw-hinkley-point-c

 

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Atomenergie - der Treibstoff für die Bombe

IPPNW-Publikation Atomenergie - Treibstoff für die Bomber

zu teuer und gefährlich: Atomkraft ist keine Option für eine klimafreundliche Energieversorgung

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